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Allergien bei Kindern und Jugendlichen

 

Epidemologische Studien haben gezeigt, dass die Beschwerden eines Allergikers bereits in jungen Jahren beginnen.

Zeigt ein Kind atopische Reaktionen (Atopie= körperliche Bereitschaft zu einer krankhaft erhöhten Bildung von Immunglobin E - Antikörper IgE) steigt das Risiko, dass das Kind eine Allergie entwickeln wird. Dabei spielt auch die Vererbung der Eltern eine Rolle. Die Wahrscheinlichkeit an einer Allergie zu erkranken steigt signifikant, wenn ein Elternteil (Risiko bei 25-40%) bzw. beide Elternteile (Risiko bei ca. 65%) bereits Allergiker sind. 

Doch sehr oft sind nicht nur die Gene schuld. Veränderte Umweltbedingungen, wie Klimaerwärmung oder steigende Luftverschmutzung sowie neue Ernährungsgewohnheiten und ein unterfordertes Immunsystem erhöhen das Allergierisiko.

Viele Säuglinge entwickeln eine Nahrungsmittelunverträglichkeit und/oder Neurodermitis, welche allerdings mit zunehmenden Alter bei der Mehheit der Kinder wieder verschwindet. Doch bei einem Teil der Betroffenen kommt es zu einem sogenannten "Etagenwechsel". Die Wissenschaft nimmt an, dass Neurodermitis den natürlichen Schutz der Haut stört und so durchlässig macht, für allergieauslösende Stoffe. Die Allergie wechselt sozusagen von der Haut zu den Atemwegen. So beobachten Ärzte vermehrt, dass im Kinder- und Jugendalter Inhalationsallergien auftreten, ausgelöst durch felltragende Tiere und Pollen. Nicht selten entwickeln sich diese Allergien dann zu chronischen Atemwegserkrankungen, wie allergisches Asthma oder Rhinitis. 

 

Allergiesymptome bei Kindern

Bei Kindern können verschiedene Verhaltensweisen auf allergischen Schnupfen hindeuten. Manche Kinder fallen durch ständiges Schniefen auf, andere verziehen häufig die Nase oder reiben immer wieder daran, um den lästigen Juckreiz zu lindern. Wieder andere atmen nur durch den offenen Mund, weil sie durch die blockierten Nase keine Luft bekommen.

Viele allergiekranke Kinder husten, schnarchen und sind nach dem Aufwachen sehr durstig. Wenn sie angeben, nicht richtig zu sehen und verklebte Augen haben, kann dies ein Hinweis auf eine allergische Bindehautentzündung sein.

Allergien werden bei Kindern häufig nicht rechtzeitig erkannt, zu spät diagnostiziert und nicht adäquat behandelt. Beginnt die Therapie nicht rechtzeitig, drohen schwerwiegende Folgen. Bei jedem dritten Kind, das an Heuschnupfen leidet, entwickelt sich innerhalb weniger Jahre Asthma.

Kinder und Allergie - Wissen kompakt

Ursachen von allergischen Erkrankungen sind in der erblichen Veranlagung, der frühen Allergenexposition und der steigenden Umweltbelastung zu suchen.

Gestillte Säuglinge, erblich vorbelastet, sind in den ersten vier bis sechs Lebensjahren geschützter vor Allergien als nicht gstillte Kinder. 

Ein rauchfreies Umfeld schützt Kinder vor allergischen Atemwegserkrankungen.

Bei Kleinkindern mit Nahrungsmittelallergien auf Kuhmilch und Hühnereiweiß, kann sich im Volkschulalter Heuschnupfen entwickeln.

Um den gefährlichen Etagenwechsel eines allergischen Schnupfens auf die Bronchien zu verhindern, sollten auch Kinder mit schwachen Symptomen behandelt werden.

Jugendliche Allergiker sollten sich vor Ihrer Berufswahl am besten von einem Facharzt beraten lassen.