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Verordnung der Allergie-Therapie

Eine Hyposensibilisierungsbehandlung wird durch einen Allergologen verordnet. Nur der Allergologe bzw. der allergologisch erfahrene Arzt sollte eine ärztliche Verordnung ausstellen und die Behandlung durchführen, da für die Hyposensibilisierung gute Kenntnisse über Allergie erforderlich sind. Die Behandlung dauert längere Zeit (3 bis 5 Jahre) und besteht aus mehreren Schritten.

In Österreich übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Behandlungskosten. Sowohl die für die Behandlung eingesetzten Allergenmengen als auch die Zusammensetzung der verordneten Extrakte sind individuell auf jeden einzelnen Patienten abgestimmt.  

Die Allergenextrakte können über zwei Verabreichungswege gegeben werden:

  • subkutane Verabreichung der Allergenlösung

Bei der subkutanen Injektion wird das Allergen im Bereich des Oberarmes subkutan (unter die Haut) injiziert. Die Injektionen sind nicht schmerzhaft, müssen jedoch zwingend durch einen allergologisch erfahrenen Arzt vorgenommen werden. Im Anschluss an die Injektion muss der Patient über mindestens 30 Minuten zur Beobachtung in der Arztpraxis bleiben.

  • sublinguale Verabreichung der Allergenlösung

Die sublinguale Verabreichung ist eine neuere Methode und zeigt eine gute Wirksamkeit im Vergleich mit der subkutanen Applikation. Diese Verabreichung gibt es in Form von Tropfen und speziell für die Gräser- und Roggenallergie in Form von Tabletten. Die Tropfen und Tabletten können selbständig zu Hause eingenommen werden.

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Für wen ist eine spezifische Immuntherapie geeignet? 

Damit eine Immuntherapie erfolgreich ist, muss der Allergologe einige allgemeine Kriterien berücksichtigen, damit eine Indikation gestellt werden kann und gute Heilungschancen bestehen:

  • Eindeutige Identifizierung des verantwortlichen Allergens (oder der verantwortlichen Allergene) mit Hilfe von Allergentests
  • Maßnahmen zur Vermeidung des verantwortlichen Allergenes sind schwierig durchzuführen oder unwirksam (z.B. bei Pollen)
  • Es liegen Beschwerden vor, die auf eine korrekt befolgte medikamentöse Therapie nicht ansprechen
  • Der Patient ist motiviert und in der Lage, sich für eine Dauer von mindestens 3 Jahren strikt an einen Therapieplan zu halten.

Im Hinblick auf die Krankheitsbilder sind die häufigsten Anwendungsgebiete die allergische Rhinokonjunktivitis (Rhinitis und Konjunktivitis), das allergische Asthma und die Überempfindlichkeit gegen Hymenopterengifte (Insektengiftallergie gegen Stiche von Bienen, Wespen und Hornissen).